Kinderschutz
Das Kinderschutzkonzept dient dem Schutz aller Schülerinnen und Schüler vor Gefährdungen, insbesondere vor körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt. Es soll Lehrkräften, Mitarbeitenden, Eltern und Kindern Orientierung geben, klare Handlungsschritte aufzeigen und eine Kultur des Hinsehens und Handelns stärken.
Es wird klare Vorgehensweisen bei Verdacht auf Missbrauch beinhalten, konkrete Ansprechpartner*innen für SuS und Lehrkräfte benennen, den Umgang mit sozialen Medien thematisieren und soll Hilfestellung leisten zur Einschätzung von Warnsignalen und Handlungssicherheit vermitteln.
Kinderschutz kann nur dann wirksam sein, wenn Kinder nicht erst im Notfall Unterstützung erhalten, sondern bereits präventiv über ihre Rechte, ihre Grenzen und Handlungsmöglichkeiten informiert und gestärkt werden. Deshalb ist die Einbindung des Kinderschutzes in den Unterricht ein zentraler Bestandteil unseres Kinderschutzkonzepts.
Im Unterricht sollen Kinder:
- ihre Rechte kennen, insbesondere das Recht auf Schutz, Beteiligung und körperliche Unversehrtheit.
- eigene Grenzen wahrnehmen und benennen können („Was fühlt sich gut an? Was fühlt sich nicht gut an?“).
- üben, Nein zu sagen und unangenehme Situationen zu erkennen.
- erfahren, wem sie vertrauen und an wen sie sich wenden können, wenn ihnen etwas Sorgen macht.
- lernen, Gefahren im Alltag und im digitalen Raum besser einzuschätzen.
- ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstwirksamkeit stärken, um sich besser behaupten zu können.
Prävention und Gesundheitsförderung
Während das Kinderschutzkonzept schutzorientiert und rechtlich verankert ist mit dem Ziel, Kinder vor Gefährdung, Vernachlässigung, Gewalt und insbesondere (sexualisierter) Übergriffigkeit zu schützen, ist das Thema Prävention im Bildungsplan BW pädagogisch ausgerichtet mit dem Ziel, Lebenskompetenzen stärken, gesundheitsförderliches Verhalten einzuüben, Risiken früh zu erkennen und zuvermeiden.
Prävention und Gesundheitsförderung ist eine Leitperspektive im Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg und soll in allen Fächern und Klassenstufen verankert sein. Der Fokus auf liegt dabei bei Alltagskompetenzen, Selbststärkung, Konfliktlösung, Umgang mit Stress, Suchtprävention, Gewaltprävention usw.
Zentrale Lern- und Handlungsfelder sind…
- Selbstregulation (z. B. Gedanken, Gefühle, Handlungen steuern)
- Ressourcenorientiertes Denken & Problemlösen
- Wertschätzende Kommunikation & Beziehungen aufbauen/halten
- Lösungsorientierter Umgang mit Konflikten und Stress Kontakte & Beziehungen pflegen
Der Bildungsplan betont die Wichtigkeit, dass Kinder und Jugendliche sich als selbstwirksam erleben – also spüren, dass ihr eigenes Handeln etwas bewirken kann.
Demokratieerziehung
ist kein einmaliges Projekt, sondern entwickelt sich mit den Kindern. Demokratische Schulstrukturen werden entwickelt und werden sich vielleicht auch nach Bedarf verändern. Es geht nicht nur um politisches Wissen, sondern um demokratische Kompetenzen, Beteiligung, Mitwirkung, Werte etc.
Schülerinnen und Schüler sollen zu „selbstverantwortlichem und demokratischem Handeln in der Gesellschaft“ befähigt werden. Deshalb ist es nötig, dass Kinder schon in der Grundschule verstehen lernen, wie Gesellschaft funktioniert. Der Bildungsplan fordert ausdrücklich, dass Kinder schon in der Grundschule Partizipation einüben, ob das bei der Neufassung einer Hausordnung deutlich wird oder bei der Schulhofgestaltung. Sie sollen an demokratischen Prozessen teilnehmen, z. B. durch Klassensprecherwahlen, Gesprächsrunden oder Entscheidungsfindungen im Klassenrat.